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GWW-Präsident Patrick Politze im Gespräch

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Nicht nur im Steuerrecht sorgten politische Gesetzgebungen in der Vergangenheit für Unmut in der Branche. Was kann der GWW dazu beitragen, um zukünftig schon im Vorfeld bei der Entwicklung bestimmter Vorschriften ein Mitspracherecht für die Branche zu erwirken?

Natürlich ist unser Einfluss aufgrund der Heterogenität unserer Produktlandschaft limitiert, und die Richtlinien werden in erster Linie mit den Industrieverbänden abgestimmt. Deshalb arbeiten wir enger denn je mit den entsprechenden Verbänden zusammen, wenn unsere Brancheninteressen tangiert werden, und wir wollen das noch intensivieren. Ein gutes Beispiel für erfolgreiches Agieren ist die Tatsache, dass es unserem Mitgliedsverband BWL gelungen ist, für Speichergeräte wie z.B. USB-Sticks bei der Festlegung der Lizenzen für Urheber-Schutzrechte einen eigenen, deutlich günstigeren und der Werbeartikelindustrie angemessenen, Tarif auszuhandeln. Auch in Zusammenarbeit mit dem EPPA ist es gelungen, uns in die Erarbeitung der neuen „Toy-Safety“-Richtlinien einzubringen und unsere Interessen zu vertreten.


Immer wieder fordern europäische Branchenvertreter die Erhebung von Marktdaten. Welchen konkreten Nutzen haben die Marktteilnehmer von solchen – nicht billig zu ermittelnden – Statistiken?

Die Erhebung von Daten zur Schaffung von Markttransparenz ist eine generische Verbandsaufgabe. Eine Branche, die sich nicht selbst durch Fakten definieren kann, hat Identifikationsprobleme und auch, z.B. im politischen Bereich, Akzeptanzprobleme. Darüber hinaus helfen Marktdaten jedem einzelnen Unternehmen der Branche – sei es durch die Möglichkeit, die eigene Marktposition im Wettbewerbsumfeld zu bestimmen, oder um noch brachliegende Potenziale zu identifizieren und zu nutzen. Natürlich sind diese Erhebungen teuer, und wir werden alle Ergebnisse in Zukunft auch nur noch zahlenden Mitgliedern zukommen lassen können. Das Wissen über unseren Markt und dessen Entwicklung ist aber die Basis für die angestrebte und notwendige weitere Professionalisierung der Werbeartikelwirtschaft. Das dient auch der Verbesserung unserer Wettbewerbssituation im Vergleich zu anderen Werbeformen, die hier z.T. schon wesentlich weiter sind. Die Zusammenarbeit mit dem EPPA auf diesem Gebiet ist ein Muss, da die Geschäfte in unserer Branche zunehmend internationaler werden und zumindest der Euro-Raum immer mehr zu einem Gesamtmarkt wird. Meine neue Funktion als Vizepräsident im EPPA beinhaltet u.a. die Aufgabe, die Analyse des europäischen Werbeartikelmarktes voranzutreiben.
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